Stoffmarkt Ingolstadt

Endlich habe ich es mal ausprobiert und bin zum Stoffmarkt in Ingolstadt gefahren.

Zum Glück war ich schon mehr als eine Stunde vor der offiziellen Eröffnung da, denn so konnte ich mich in Ruhe umsehen und sogar schon einkaufen.

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Ein Teil meiner Ausbeute, gewaschen und gerade beim Bügeln

Zuerst war ich etwas überrascht, dass es doch gar nicht soo viele Stände gab und irgendwie sahen sie alle recht gleich aus. Ein paar Verkäufer hatten besondere Stoffe im Angebot, das waren dann eigentlich fast alles Händler aus Deutschland, die sich vermutlich dem Stoffmarkt-Label angeschlossen haben, um sich vermarkten zu können.

Die Stoffe kosteten, bis auf die wenigen Ausnahmen, alle genau gleich viel. Und es gab auch überall ziemlich genau die gleichen Stoffe, zumindest sehr ähnliche. Ich habe lange gesucht, bis ich das gefunden habe, was ich wollte: Stretchstoffe, dicker und dünn für T-Shirts. Kostenpunkt pro Meter: 9 oder 10 Euro. Da frage ich mich natürlich schon, ob es nicht sinnvoller wäre, bei C & A für unter 5 Euro Biobaumwoll-Shirts zu kaufen. Letztendlich werden wohl die Herstellungsbedingungen der Stoffe, die man hier auf dem Markt kaufen kann, ziemlich miserabel sein. Es ist nämlich auffallend, wie schrecklich die Stoffe teilweise müffeln. Besonders die „Jeans-Stretch-Stoffe“ haben einen sehr unangenehmen Geruch nach irgendwelchen Pestiziden (der auch nach einmal 40 Grad Wäsche nicht rausgeht). Klar, dass gute Stoffe teuer sind, und vermutlich zurecht.

Für mich war es ein schönes Erlebnis und ich habe mich ein einziges Mal mit neuen Stoffen eingedeckt. Wenn ich mal wieder Stoffe am Meter brauche, gehe ich ins Stoffgeschäft. Ansonsten sehe ich mich weiter am Flohmarkt um und verwende ausgediente Materialien, wie Gardinen, Tischdecken, Betttücher usw. Aufgepeppt ist billiger, umweltfreundlicher, gesünder für die Haut und letztendlich auch viel kreativer.

Aus einem der Jeansstoffe habe ich mir eine Fische-Bermuda genäht (nach einem Schnitt aus einer sehr alten Burda, dem ich den hohen Bund und die Weite nehmen musste). Hier nur ein kleiner Ausschnitt:

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Und weil die Reste so schön sind, habe ich passend zum Taschen-Sew-Along Thema für den Juni noch ein Täschchen für den Notgroschen am Schlüsselbund genäht:

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Alte Jeans – neuer Turnbeutel

Was kann man aus alten Jeans alles sinnvolles machen? Mein 15jähriger Sohn brachte mich auf die Idee: Turnbeutel-Rucksäcke.

  1. Als Maß diente einer seiner Turnbeutel, etwas angepasst habe ich 40 x 50 cm für jede Seite des Beutels zugeschnitten. Weil Jeans von Jugendlichen ja nicht ganz so groß sind, ist dieses dreigeteilte Muster entstanden. Dass die Vorder- und Rückseite nicht exakt aufeinandertreffen, finde ich egal.

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2. Meine Overlock wollte die Jeansteile nicht umketteln, also habe ich mir das gespart und die Stoffteile zunächst mit einem Steppstich verbunden. Etwas knapp, wie man sieht. Achtet hier darauf, etwas mehr Nahtzugabe zu lassen. Bei anderen Stoffen sollte man mit Zickzack oder Overlockstich versäubern.

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3. Damit die Nähte von außen auch schön aussehen und glatt sind, habe ich sie gebügelt und jeweils abgesteppt.

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Hier sieht man, dass meine alte rosa Privileg-Nähmaschine nicht mehr gut funktionert. Sie transportiert nur noch mäßig, sodass die Stiche ungleichmäßig aussehen.

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4. Die nächsten beiden Schritte kann man nach Belieben vertauschen. Ich habe hier zunächst oben einen Tunnelzug auf beiden Seiten genäht (dabei die Ränder rechts und links jeweils eingeschlagen).

5. Anschließend habe ich den Beutel rundherum (auf links) abgesteppt und wieder umgedreht.

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6. Damit man den Beutel auch als Rucksack verwenden kann, braucht er unten zwei Löcher (mit Ösen) oder, wie hier, zwei Schlaufen. Ich habe zwei Gürtellaschen von einer Jeans abgetrennt und im Schritt 5 miteingenäht. Achtet darauf, dass die Schlaufen nur etwa 0,5 bis höchstens 1 cm herausschauen, damit später der Knoten der Schnur nicht so groß sein muss (ich habe das natürlich übersehen).

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7. Als Träger des Rucksackes benötigt man zwei Mal etwa 1,50 bis 2m Schnur (je nachdem, ob sie elastisch ist oder wie groß der Rücken ist). Ich hatte keine passende Schnur und keine Lust, eine Kordel anzufertigen. Also habe ich mehrere Baumwollfäden zusammengehäkelt.

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8. Die Schnur wird gegengleich durch den Tunnelzug gezogen und jeweils durch eine Schlaufe am unteren Ende des Rucksacks. Dort habe ich dicke Knoten gemacht.

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Und so sieht er aus, der neue Turnbeutel-Rucksack

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Abendprojekt Tascherl

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