Alte Jeans – neuer Turnbeutel

Was kann man aus alten Jeans alles sinnvolles machen? Mein 15jähriger Sohn brachte mich auf die Idee: Turnbeutel-Rucksäcke.

  1. Als Maß diente einer seiner Turnbeutel, etwas angepasst habe ich 40 x 50 cm für jede Seite des Beutels zugeschnitten. Weil Jeans von Jugendlichen ja nicht ganz so groß sind, ist dieses dreigeteilte Muster entstanden. Dass die Vorder- und Rückseite nicht exakt aufeinandertreffen, finde ich egal.

20161213_195458.jpg

2. Meine Overlock wollte die Jeansteile nicht umketteln, also habe ich mir das gespart und die Stoffteile zunächst mit einem Steppstich verbunden. Etwas knapp, wie man sieht. Achtet hier darauf, etwas mehr Nahtzugabe zu lassen. Bei anderen Stoffen sollte man mit Zickzack oder Overlockstich versäubern.

20161213_195219.jpg

 

3. Damit die Nähte von außen auch schön aussehen und glatt sind, habe ich sie gebügelt und jeweils abgesteppt.

20161213_194944.jpg

20161213_195143.jpg

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Hier sieht man, dass meine alte rosa Privileg-Nähmaschine nicht mehr gut funktionert. Sie transportiert nur noch mäßig, sodass die Stiche ungleichmäßig aussehen.

20161213_195242.jpg

4. Die nächsten beiden Schritte kann man nach Belieben vertauschen. Ich habe hier zunächst oben einen Tunnelzug auf beiden Seiten genäht (dabei die Ränder rechts und links jeweils eingeschlagen).

5. Anschließend habe ich den Beutel rundherum (auf links) abgesteppt und wieder umgedreht.

20161213_210149.jpg

6. Damit man den Beutel auch als Rucksack verwenden kann, braucht er unten zwei Löcher (mit Ösen) oder, wie hier, zwei Schlaufen. Ich habe zwei Gürtellaschen von einer Jeans abgetrennt und im Schritt 5 miteingenäht. Achtet darauf, dass die Schlaufen nur etwa 0,5 bis höchstens 1 cm herausschauen, damit später der Knoten der Schnur nicht so groß sein muss (ich habe das natürlich übersehen).

20161213_210201.jpg

7. Als Träger des Rucksackes benötigt man zwei Mal etwa 1,50 bis 2m Schnur (je nachdem, ob sie elastisch ist oder wie groß der Rücken ist). Ich hatte keine passende Schnur und keine Lust, eine Kordel anzufertigen. Also habe ich mehrere Baumwollfäden zusammengehäkelt.

20161213_213207.jpg

8. Die Schnur wird gegengleich durch den Tunnelzug gezogen und jeweils durch eine Schlaufe am unteren Ende des Rucksacks. Dort habe ich dicke Knoten gemacht.

001

Und so sieht er aus, der neue Turnbeutel-Rucksack

20161213_222706.jpg

Alter Pulli – neuer Pulli

Mein Sohn wächst… da fallen immer wieder Pullover ab, die ihm nicht mehr passen. Die Kapuzenpullis häufen sich und werden nach und nach verarbeitet (und verschenkt). Einen schönen, weichen Baumwollpullover hatte er auch noch, den ich am liebsten selbst angezogen hätte. Doch meine Körperfülle passt da nicht rein. Also: Upcycling!

Zuerst habe ich ausprobiert, was von dem Pullover passen könnte: die Ärmel. An denen musste ich nicht viel ändern, da sie in der Weite ok waren.

Die nächste Überlegung war, wie ich den Pulli vergrößern sollte. Infrage kamen Stoffteile ansetzen, anhäkeln oder anstricken. Da ich noch eine schöne, hell leuchtende rote Wolle hatte, die richtig gut zum hellgrau des Pullovers passte, habe ich mich für anstricken entschieden.

Hier also mein Upcycling des Pullovers (es gibt nicht für alle Schritte Fotos, da ich so im Arbeitsflow war, dass ich das Fotografieren vergessen habe):

img_4032

Hier seht ihr den zerschnittenen Pullover. Ich habe einfach diagonal rübergeschnitten, ohne zu messen oder anzuprobieren. Die Bündchen sind schon etwas ausgeleiert und der Pulli ist zu kurz, also kommen sie weg.

Ich hatte mir überlegt, dass ich zum Anstricken Schlingen alle Schnittkanten nähen muss. In der Überlegung war das zwar richtig, in der Ausführung hat es dann doch nicht funktioniert. Ich habe nämlich nicht bedacht, dass ich dann ein quergestricktes Teil in der Mitte vorne und hinten haben werde. Wenn ich aber von unten nach oben stricken wollte, fand ich es zu mühsam, jede genähte Masche aufzugreifen.img_4035

Also habe ich vorne und hinten die Nähte wieder aufgetrennt und mit dem Stricken der Mittelstreifen begonnen. Schade, denn ich finde diese Ziernaht sehr schön.img_4037

Für das Rückenteil war das Stricken des Streifens sehr einfach. Ich habe eine möglichst dünne Nadelstärke gewählt, damit das Stück schön dicht wird. Dann habe ich ausgemessen, wie breit mein Rückenteil werden soll (beide Teile + seitlich Zugaben von ca. 5cm = Mittelteil)

Jetzt habe ich mir noch ein einfaches Muster ausgedacht: Perlmuster mit einem Mittelstreifen aus einem einfachen Minizopf (2 rechte Maschen umgekehrt abstricken, also erst die zweite Masche, dann die erste Stricken).

Als ich, nach etwas dehnen und zupfen, sicher war, dass der Streifen lang genug war, habe ich ihn abgekettet.

_mg_4586

Von Hand einnähen hat sich als unpraktisch herausgestellt, da der Pullistoff auftrennen würde. Ich habe den Streifen einfach mit der Nähmaschine eingenäht: einmal runtergesteppt und zusätzlich mit Zickzack gesichert.

Für den vorderen Streifen musste ich etwas länger herumprobieren, um die Schräge exakt hinzubekommen. Es klappte, indem ich in jeder zweiten Reihe rechts eine Masche zugenommen und links eine abgenommen habe. Auch den vorderen Streifen habe ich mit der Maschine eingenäht.

_mg_4588

Bei den Armlöchern konnte ich meine Naht benutzen. Ich habe direkt angehäkelt. Eine Reihe feste Maschen und schließlich mit einer weiteren Reihe die andere Naht angehäkelt. Da ich keine Idee hatte, wie ich die „Wulst“ vermeiden konnte, habe von innen, also von links gehäkelt, sodass hier dieser Häkelstreifen ist. Ich finde, er stört nicht weiter.

_mg_4581

Von außen sieht es so aus.

Die Seiten habe ich genauso gearbeitet, allerdings mit vier Reihen feste Maschen.

_mg_4578

Armbündchen anhäkeln war einfach. Aber jetzt finde ich sie nicht mehr schön. Ich habe nämlich in den ersten fünf Reihen mehrere Maschen abgenommen, um die Weite zu verringern. Das sieht bei 1 rechts/1 links doof aus. Also werde ich die Armbündchen nochmal auftrennen.

_mg_4584

Der Halsauschnitt sollte etwas größer werden als im Original, was schon durch das Abschneiden des Kragens gelang. Den Rand des Stoffes musste ich ja etwas einschlagen, damit er nicht ausfranst. An die Naht habe ich pro Stich eine Masche angestrickt und 1rechts/1links gestrickt. Nach etwa 2 Zentimetern habe ich eine Reihe linke Maschen gestrickt, damit eine Kante entsteht. So konnte ich den Kragen einfach nach innen klappen. Den Rest habe ich dann glatt rechts gestrickt und nicht abgekettet, sondern abgehäkelt, damit die Abschlusskante schön locker und weit bleibt.

Den Umschlag musste ich von Hand annähen. Ich finde es schön, dass man so die Stoffkante nicht mehr sieht.

_mg_4585

Hier stricke ich gerade noch das untere Bündchen, das möglichst lang werden soll.

_mg_4577

So sieht der fast fertige Pullover aus. Ich freue mich schon darauf, ihn anzuziehen!